Geschichte

Historie des Kreisfeuerwehrverbandes Untertaunus

 

Die erste urkundliche Erwähnung des Kreisfeuerwehrverbandes Untertaunus e. V. erfolgte im Jahr 1891. Zu dieser Zeit bestanden im damaligen Untertaunuskreis (gegründet 1866) sechs Feuerwehren:

- Langenschwalbach, gegründet 1870 (heute Bad Schwalbach)
- Idstein, gegründet 1867
- Schlangenbad, gegründet 1877
- die Feuerwehr der Baugewerkschaft Idstein, gegründet 1887 (heute nicht mehr existent)
- Wehen, gegründet 1890 (heute Stadtteil von Taunusstein)
- Hahn, gegründet 1891 (heute Stadtteil von Taunusstein)

 

Die Wehren unterstanden dem "Befehl" von Branddirektor Scheuer, dem Vorsitzenden des Nassauischen Feuerwehrverbandes in Wiesbaden.

Durch die Gründung des Kreisfeuerwehrverbandes Untertaunus im Jahre 1891 löste man sich von der Wiesbadener Befehlsgebung und unterstand von nun an dem Befehl des Verbandsvorsitzenden Untertaunus. Erster Vorsitzender wurde der Langenschwalbacher Schornsteinfegermeister Kauth. Zu seinem Stellvertreter wurde Mechaniker und Werkmeister Scherer aus Idstein bestimmt.

Im Jahre 1893 und 1894 schlossen sich die Wehren Bleidenstadt (heute Stadtteil von Taunusstein) und Laufenselden (heute Ortsteil der Gemeinde Heidenrod) nach ihrer Gründung dem Verband an.

Aufgrund einer fehlenden, flächendeckenden Sicherstellung des Brandschutzes kam es immer wieder zu verheerenden Brandkatastrophen. Die Vernichtung ganzer Wohnhäuser, Gehöfte und Straßenzügen stellte keine Seltenheit dar. Bedingt durch diese Entwicklung kam es in den Jahren bis zur Jahrhundertwende vermehrt zur Forderung nach der Gründung neuer Feuerwehren. 1901 feierte der Kreisfeuerwehrverband Untertaunus sein 10-jähriges Bestehen in Wehen, wo man sich auch 5 Jahre später zum 15-jährigen Bestehen wieder versammelte. Im Verbandsgebiet konnte jedoch nur die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Huppert (heute Ortsteil von der Gemeinde Heidenrod) im Jahre 1907 registriert werden.

In den zwanziger Jahren wurde unter der Leitung des Verbandsvorsitzenden und Kreisbrandinspektors Heimann eine Vielzahl neuer Feuerwehren gegründet. Heimann folgte Ende der zwanziger Jahre Ph. Chr. Diefenbach (Branddirektor aus Bad Schwalbach) im Verbandsvorsitz nach. Stellvertreter war August Fuhr (Zimmerermeister aus Bad Schwalbach)

Nach Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahre 1933 wurden unter Hermann Göring, der ab 1933 als Reichminister ohne Geschäftsbereich dem "Reichskommissariat für das preußische Innenministerium" vorstand, einer Vielzahl sogenannter Pflicht- oder Mussfeuerwehren gegründet, welche auch gerne als Feuerschutzpolizei bezeichnet wurden.

Im Jahre 1938 erfolgte im Zuge der Kriegsvorbereitung die Neuordnung des Deutschen Feuerwehrwesens. Feuerwehrverbände wurden im Zuge der Gleichschaltung aufgelöst und ihre Vermögenswerte der Staatskasse übereignet. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 brach die Neugründung von Feuerwehren schlagartig ein.

Erst nach Kriegsende 1945 fand eine allmähliche Wiederbelebung des Feuerwehrwesens statt. Unter Genehmigung der alliierten Militärregierung durften die Feuerwehren, als notwendige Organisation, wieder Verbände gründen. Die Feuerwehren im Untertaunus verstanden es durch viel Idealismus und Tatkraft das Feuerwehrwesen im Untertaunus wieder aufzubauen und stetig an die Bedürfnisse der seiner Zeit anzupassen. Die Federführung hierbei hatte der Verbandsvorsitzende und Kreisbrandinspektor Karl Reichert (Gärtnermeister aus Idstein). Er begleitete das Amt von 1945 bis 1968. Sein Stellvertreter war Theo Seipel aus Seitzenhahn.

Der Kreisfeuerwehrverband Untertaunus und seine Vorsitzenden, die in den Jahren bis 1992 auch das Amt des Kreisbrandinspektors inne hatten, standen den Wehren stets unterstützend und beratend zur Seite. Vor allem unter dem langjährigen Vorsitzenden Hans-Albrecht Oehmke (Bezirksschornsteinfegermeister) erfuhr das Feuerwehrwesen im Kreisgebiet einen steigen Aufwärtstrend.

Nach der Gebietsreform im Jahre 1977, die zur einer Zusammenlegung der beiden bis dato selbständigen Landkreise Rheingau und Untertaunus zum heutigen Rheingau-Taunus-Kreis führte, behielt der Kreisfeuerwehrverband Untertaunus seine Selbständigkeit bei. So kann der Rheingau-Taunus-Kreis heute mit der Besonderheit aufwarten, zwei Kreisfeuerwehrverbände im Kreisgebiet sein Eigen zu nennen. Hierbei nimmt der Kreisfeuerwehrverband die Vertretung von 86 "Untertaunus-Wehren" der insgesamt 111 Feuerwehren im Rheingau-Taunus-Kreis war.

Im Jahr 1991 konnte der Kreisfeuerwehrverband Untertaunus auf sein hundertjähriges Bestehen zurückblicken. Das Jubiläum wurde im großen Stil in Idstein begangen.

Nach dem Hans-Albrecht Oehmke aus gesundheitlichen Gründen sein Amt zur Verfügung stellte, wechselte der Verbandsvorsitz auf Rudolf Dörner (Schreinermeister aus Schlangenbad) der dieses Amt bis 1998 ausübte. Nach ihm folgte Gerhard Andersch aus Taunusstein-Hahn. Er betreute dieses Ehrenamt bis 2006. In diesem Jahr übernahm Jens Hohenstein (Taunusstein-Bleidenstadt) dieses Amt bis 2014. 

 

Verbandsvorsitzende:  
1891 - ????
Kauth
20er Jahre Heimann
???? - ????
Ph. Chr. Diefenbach
30er Jahre Becker
1945 - 1968 Karl Reichert
1968 - 1992 Hans-Albrecht Oehmke
1992 - 1998 Rudolf Dörner
1998 - 2006 Gerhard Andersch
2006 - 2014

Jens Hohenstein

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